Über mich

 

Vor den BergenIch schreibe seit etlichen Jahren Blog. Meistens drüben auf meiner privaten Webseite. Weil das mit dem Radfahren ein sehr präsenter Punkt in meinen Texten ist, der einige nicht übermäßig interessiert, sammle ich die Geschichten über das Radfahren nun hier auf Coppi & Bartali.

2012 kam ich eher zufällig zu meinem ersten richtigen Rennrad. Jedoch: Ein wenig hatte ich das geplant. Wir würden nach Mantua fahren, einen Freund treffen, der sich bedeutend besser mit Rädern auskennt als ich und dann zwei, drei Radläden abklappern und ein italienisches Rennrad günstig mit nach Hause nehmen. Der Plan ging soweit auf, außer dass der selbst gesetzte Preisrahmen um 300% gesprengt wurde.

So kam ich zu einem schwarz-roten Colnago CLX mit Campagnolo-Komponenten. In diesem Satz steckt ziemlich viel, was man wissen muss: Colnago heißt eben nicht Bianchi, nicht De Rosa und schon dreimal nicht Specialized. Scott, Cube und wie die anderen Marken alle heißen, befinden sich jenseits meines Horizonts. Campagnolo heißt eben nicht Shimano und nicht SRAM (all dies wird durch die gegenseitige Inkompatibilität sowieso erzwungen). Diese Tragweite war mir damals nicht ansatzweise bewusst. Nach dem unbewussten Sich-Festlegen gibt es keinen Weg mehr heraus aus dem jeweiligen Kosmos. Aber ehrlich: Es gibt sowieso nichts besseres als Colnago oder Campagnolo.

2013 kam ich eher zufällig zum zweiten Rennrad. Nach einer Transalp von München nach Meran ließen wir uns hinreißen, die lokalen Kleinanzeigen zu durchsuchen. Nicht ich, sondern der oben genannte Freund kaufte zuerst ein zweites Rad (,,Belohnungsprinzip!“) und meinte auf dem Weg zu mir, er kenne da noch einen Radladen am Nordufer des Gardasees. Wir hatten bereits zwei Läden besucht, in denen tatsächlich einige Räder hingen, die jedoch deutlich über meinem Budget lagen (und noch einmal wollte ich das nicht sprengen, jedenfalls nicht in dem Maße, in dem ich es im Jahr zuvor gesprengt hatte – auch, weil es dieses Mal sowieso deutlich höher lag). Ich fuhr also mit der Erwartung hin, dass es in diesem Laden entweder keine schönen oder nur zu teure Räder geben würde. So kam ich zu einem schwarzen Colnago C50 mit Campagnolo-Komponenten…

2014 kam ich eher zufällig zum dritten Rennrad. Jener Freund wollte sich aus privaten Gründen von dem ein oder anderen Rad trennen, das er auf seinem Speicher stehen hatte. Nun ist er merklich kleiner als ich, die Geometrie unserer Rennräder unterscheidet sich also. Aber unter den Rädern war eins, das von der Rahmenhöhe doch passte. Mehr noch: Auf diesem speziellen Rad hat ein anderer gemeinsamer Freund aus Berlin in Italien seine Liebe zum Rennrad entdeckt, es war also emotional aufgeladen. Der Preis war fair, das Rad zur Abwechslung aus Aluminium und ich auf der Suche nach einem dritten Rennrad, das ich bei Regenwetter und – was ich damals noch nicht wusste – auf der Rolle verwenden wollte. So kam ich zu einem blau-gelben De Rosa mit Campagnolo-Komponenten. Regelmäßig fragt der Berliner Freund, ob ich denn das Rad nicht verkaufen wolle, ich hätte doch schon genug.

Am Waldrand

Die ideale Anzahl von Fahrrädern, die man besitzen sollte, ist n+1, wobei n die Anzahl der Fahrräder ist, die man bereits besitzt. Zur Zeit plane ich keine Neuanschaffung eines Rennrads, die oben genannten waren jedoch auch stets ungeplant. Abgesehen vielleicht von diesem einen Winterprojekt…

Heute bin ich mehr auf der Suche nach Technik und Teilen, die mir die Zeit auf dem Rad schöner werden lassen. Das geht bei Halterungen für den Garmin los und endet noch lange nicht bei Kettenfängern. Es gibt von all dem ein Überangebot, die meisten Teile fallen sekündlich vom Band. Aber so sehen sie meistens aus. Ich suche nicht die Vollplaste-Halterungen, die Garmin verkauft, ich suche nicht einen lieblosen Stahl-Kettenfänger. Ich suche tolle, gute und hochwertige Teile. Wie man für verschiedenes Wetter verschiedene Räder braucht, benötigt man natürlich eine entsprechende Anzahl von Laufradsätzen. Und darauf muss man Mäntel montieren… So kann man vom Hundertsten ins Tausendste kommen und ich verliere mich zeitweise gern in Details.  Auch darüber will ich ein bisschen erzählen.

CLX LenkerDass das Rennrad einen solch großen Stellenwert in meinem Leben einnehmen könnte, war mir vor 2012 nicht klar. Ich war aber lange auf der Suche nach einer Sportart, die mich über längere Zeit fesselt und hatte bisher keine gefunden: Mit dem Laufen werde ich nicht warm und im Schwimmverein wurde ich als Kind während eines Rennens mit ziemlich großem Abstand letzter. Dass ich hier jemals über Triathlon schreiben werde, ist also ausgeschlossen. Irgendwann versuchte ich Kampfsportarten, aber nach den ersten Touren auf dem Rennrad hatte ich endlich das Gefühl, das Gesuchte gefunden zu haben. Ich glaube, erst am Anfang zu stehen einer langen Reise auf Rädern, von deren Abschnitten ich auf dieser Seite erzählen werde.

Auch wenn das Blog neu ist und ich das erste Rennrad, das diesen Namen verdient, erst 2012 gekauft habe: Ich fahre nicht erst seitdem Rad. Seit langer Zeit ist das Fahrrad mein Hauptverkehrsmittel. Ich besaß irgendwann einmal ein Auto, das ich schließlich wegen Nichtbenutzung verkaufte. Hier in München hat man mit Autos sowieso eher Nachteile als Vorteile, in der Regel ist man mit dem Rad sowieso schneller am Ziel. Den beinahe zwanzig Kilometer langen Arbeitsweg lege ich fast ausschließlich mit dem Rad zurück und bin im Gegensatz zur U-Bahn gar nicht viel langsamer, gewinne aber – wie man es nennt – Lebensqualität und Zeit zum Nachdenken auf den Wegen entlang der Isar nach Norden.

Dieses Jahr schließlich, 2015, musste das Radfahren etwas zurückstecken: Das Kind erfordert einen Großteil meiner Zeit, auch wenn das wunderschöne Mädchen und ich uns bei der Betreuung der Tochter sehr gut abwechseln und unterstützen. Dennoch war kaum Zeit für längere Fahrten, den Arbeitsweg bin ich beinahe sieben Monate wegen der Elternzeit nicht gefahren. Das Bedürfnis, wenigstens hin und wieder auf einem Rennrad zu sitzen, hat mich zu einem der wenigen Menschen gemacht, die sich im Hochsommer einen Rollentrainer bestellten und nutzten. Seitdem spielt Training eine (jedoch noch deutlich untergeordnete) Rolle bei meinen Gedanken ans Rad. Unter diesem Aspekt kann man auch die Touren mit dem Kinderanhänger sehen.

Stets fahre ich jedoch hauptsächlich aus einem Grund gern die Berge hinauf: Nach dem Anstieg schmeckt der Kuchen am Besten.
Jaufenpass

Der Titel »Coppi & Bartali« leitet sich von zwei Radsportlegenden aus den Vierziger und Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts ab. Fausto Coppi und Gino Bartali waren Radsportlegenden aus der Zeit, die man die goldene Zeit des Radsports nennt. Beide waren Ausnahmerennfahrer, deren Rivalität noch heute nachhallt, wenn sich Radsportfans in die beiden Lager der „Bartalisten“ und der „Coppisten“ zuordnen. Die beiden haben sich glaube ich nie gut verstanden, aber das soll nicht Teil dieser Webseite sein. Es soll nur sagen: Zu zweit (oder dritt oder viert …) macht das Radfahren Spaß.

2 Gedanken zu „Über mich

  1. Sie schreiben:“Die beiden haben sich glaube ich nie gut verstanden..“

    Ich glaube, das war so nicht der Fall. Bekannt ist ja dieses Bild hier,
    http://media.larena.it/media/2013/01/576357_369555_resize_597_334.jpg

    das viel über Coppi und Bartali aussagt.
    Wer näheres wissen möchte, dem empfehle ich als Einstieg das blog von Kreuzbube
    https://guterbubi.wordpress.com/2013/08/24/der-monch/

    Ansonsten bin ich gespannt auf viele interessante Geschichten in Ihrem neuen Blog!
    Immer treu nach dem Zuruf von Udo Bölts an Jan Ullrich!

    1. Umso besser (und Danke für den Hinweis)!
      Wenn Sie sich gut verstanden haben, passen Sie doppelt gut in den Titel. Ich bin ja nicht nur Tortenradler, ich bin auch Harmoniesüchtig. 😉

Kommentar verfassen